Die Österreichische Geographische Gesellschaft lädt ihre Mitglieder sowie an der Geographie Interessierte sehr herzlich zur aktuellen Vortragsreihe ein.
Städte stehen unter wachsendem Anpassungsdruck: Laut einer Studie der ETH Zürich könnten die Höchsttemperaturen in Wien im heißesten Monat bis 2050 um 7,6 Grad steigen – Wien würde klimatisch dem heutigen Skopje ähneln und zählt damit europaweit zu den am stärksten betroffenen Städten. Offizielle Messnetze für Luft- und Temperatur mit wenigen Stationen können die mikroklimatische Variabilität auf kleinräumigen Ebenen schlecht erfassen. Zugleich ist das Bewusstsein für notwendige Klimawandelanpassung in der Bevölkerung noch hinter dem Fachdiskurs. Citizen Science Methoden können beide Herausforderungen adressiert: Bürger:innen erheben als Smart Citizens Mikroklima- und Luftqualitätsdaten in hoher räumlicher Auflösung, schaffen so bessere Planungsgrundlagen, tragen als aktiven Akteure auch weitgehende Anpassungsmaßnahmen mit und vermitteln ihr Wissen als Multiplikatoren ihrem Umfeld.
Am Beispiel der Citizen-Science-Organisation Luftdaten.at und des mit dem Österreichischen Staatspreis für Klimawandelanpassung (CliA 2024) ausgezeichneten Projekts „OPUSH – Urban Heat Stories“ wird aufgezeigt, wie partizipative Thermal Walks, mobile Sensorik und die Verknüpfung objektiver Messdaten mit subjektivem Hitzeerleben vulnerabler Gruppen neue Grundlagen für eine evidenzbasierte und sozial gerechte Stadtplanung schaffen. Die Ergebnisse fließen bereits in die Wiener Stadtentwicklung ein und zeigen, dass partizipative Klimaforschung die Datenlücke schließen, Bewusstsein schaffen und Akzeptanz für Anpassungsmaßnahmen stärken kann.