Luftqualität in Österreich

Die vorläufige Jahresbilanz des Umweltbundesamts für 2025 fällt insgesamt sehr positiv aus: Für Feinstaub (PM10/PM2,5), Stickstoffdioxid (NO₂) und in Summe auch Ozon (O₃) wurden eine der niedrigsten Belastungen der vergangenen zwei Jahrzehnte gemeldet.1

Als wichtigste Gründe für die guten Werte nennt das Umweltbundesamt den kontinuierlichen Rückgang der NOx-Emissionen aus dem Straßenverkehr, sowie eine vergleichsweise milde Winterwitterung, die sowohl Emissionen aus der Raumheizung verringerte als auch günstigere Ausbreitungsbedingungen brachte.

Es ist wichtig, diese niedrigen Werte auch langfristig zu halten. Am 10. Dezember 2024 trat die neue EU-Luftqualitätsrichtlinie in Kraft, welche strengere Grenzwerte ab 2030 vorsieht. Die Umsetzung in nationales Recht soll bis Dezember 2026 erfolgen. Gleichzeitig werden die WHO-Richtwerte (2021) für PM2,5, Ozon und NO₂ in Österreich trotz positiver Trends noch großflächig überschritten.

Die aktuelle Bilanz basiert auf vorläufigen Messdaten; die Qualitätssicherung soll im 2. Quartal 2026 abgeschlossen werden. Eine detaillierte Analyse kündigt das Umweltbundesamt für den Sommer 2026 im Jahresbericht an.

Stickstoffdioxid: Keine Grenzwertüberschreitungen

NO₂ lag 2025 noch etwas niedriger als 2024 und setzt damit den langfristigen Abwärtstrend fort. Als Treiber werden strengere Abgasgrenzwerte, Flottenerneuerung und Elektrifizierung hervorgehoben. EU-weit relevante Überschreitungen traten laut vorläufigen Jahresmitteln nicht auf (EU-Grenzwert 40 µg/m³), und auch der strengere IG-L-Jahresgrenzwert (30 µg/m³) wurde an allen Messstellen eingehalten. 

Feinstaub: Kriterien 2025 überall eingehalten

Bei PM10 wurden 2025 laut vorläufigen Daten weder das IG-L-Kriterium (mehr als 25 Tage über 50 µg/m³) noch das EU-Kriterium (mehr als 35 Tage über 50 µg/m³) an irgendeiner Messstelle überschritten. Die Jahresmittel für PM10 und PM2,5 lagen zudem in vielen Bundesländern unter dem Niveau der Jahre bis 2018. Der langfristige Rückgang wird u. a. mit milderen Wintern (weniger stabile Kaltluftlagen) und sinkenden Emissionen von PM10 bzw. Vorläufersubstanzen, auch im Ausland, erklärt.

Ozon: Insgesamt moderat, aber mehr Episoden, erstmals wieder Alarmschwelle

Bei Ozon lag die Belastung über dem Durchschnitt seit 2020, aber unter den Werten früherer Jahre. Auffällig sind jedoch einzelne Episoden: Die Informationsschwelle wurde an vier Tagen an neun Messstellen überschritten; erstmals seit zehn Jahren wurde 2025 auch die Alarmschwelle an einer Messstelle überschritten. Außerdem registrierten 36 Messstellen Achtstundenmittelwerte über 120 µg/m³ an mehr als 25 Tagen. 

Schwefeldioxid: Kurzzeit-Überschreitungen durch Störfälle

Zusätzlich meldet das Umweltbundesamt 2025 IG-L-Überschreitungen bei Schwefeldioxid: Der Kurzzeitgrenzwert wurde durch Störfälle in Industriebetrieben an vier Messstellen überschritten (ähnlich wie 2024). 

  1. https://www.umweltbundesamt.at/news260104-luftqualitaet ↩︎